Naturfreunde Büttelborn
Auf den Spuren der Römer und Festungsbauer
Bei einem Rundgang am 4. Dezember 2025 erkundeten 24 Naturfreunde die Stadt Mainz einmal aus einer ganz besonderen Perspektive: als Festungsstadt der Barockzeit, als Festung des Deutschen Bundes nach den napoleonischen Befreiungskriegen – und natürlich als römisches Moguntiacum, gegründet kurz vor Christi Geburt. Geschichte im Dreierpack!
Gestartet wurde am Bahnhof in Klein-Gerau, von wo uns der Zug bequem in die Landeshauptstadt brachte. Vom Bahnhof Römisches Theater führte unser erster Weg hinauf zur Zitadelle, einer eindrucksvollen Festung aus dem 17. Jahrhundert. Nach einem kurzen Abstecher zum „Drususstein“, einem römischen Ehrenmal, das schon seit zwei Jahrtausenden geduldig Besucher empfängt, ging es weiter.
Auf Höhe des Gautors teilte sich unsere Gruppe:
Gruppe A wurde von Gerd Haßler geführt, Gruppe B von Ursula Altwig.
Gerd nahm seine Gruppe mit auf eine spannende Zeitreise zu den römischen Aquäduktruinen – jenen Wasserleitungen, über die vor rund 2.000 Jahren das Wasser in die Stadt gelangte. Rund neun Kilometer legte das kühle Nass aus den Quellgebieten Mainz-Drais und Mainz-Finthen bis zum römischen Legionslager auf dem Kästrich zurück. Dort versorgte es täglich etwa 12.000 Legionäre mit 6.000 bis 7.000 m³ Wasser. Eine beeindruckende Ingenieursleistung – ganz ohne moderne Technik oder Navigationssysteme.
Vorbei an einer kleinen Schafherde und der Gänseweide verließen wir den herbstlich gefärbten Park. Der Weg führte am Hauptfriedhof vorbei bis zum Römer Tor, wo man in den alten Sandsteinplatten noch heute die tief eingeschliffenen Fahrspuren römischer Wagen erkennen kann – knapp zwei Meter breit und ein bemerkenswertes Stück Alltagsgeschichte.
Auf dem „Mainzer Winterzeit-Markt“ am Schillerplatz fanden die beiden Gruppen wieder zusammen. Nach einer kleinen Stärkung und einem Glühwein (für die innere Erwärmung) ging es weiter zum großen Weihnachtsmarkt rund um den Dom. Dort gab es noch ausreichend Gelegenheit, dass ein oder andere Schmankerl zu probieren – und vielleicht auch einen weiteren Glühwein, rein zur Abrundung des historischen Erlebnisses. Mit nur leichter Zugverspätung ging es schließlich zurück nach Klein-Gerau.
Dies war die letzte Tour vor Weihnachten – und wieder eine schöne dazu.
Ein herzliches Dankeschön geht an Gerd Haßler und Ursula Altwig für ihre fachkundige und engagierte Führung. Für jede und jeden war etwas Interessantes dabei.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Tour am 28. Dezember 2025 – die letzte, die allerletzte Tour des Jahres!
Wir wünschen allen Wanderern und Freunden der Naturfreunde Büttelborn eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.